„Alle Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von ihrer Lebenslage – müssen befähigt sein, die Herausforderungen des digitalen Wandels anzunehmen und mit ihnen umzugehen.“

So heißt es in der Digitalen Agenda, die im Zuge der Landesstrategie 2030 ins Leben gerufen wurde. Sie stellt einen der maßgeblichsten Veränderungsprozesse für Schleswig-Holstein in den nächsten 15 Jahren dar. Veröffentlicht wurde sie im Dezember 2016. Die Digitale Agenda sieht die Aufgabe der Politik darin, die Trends der globalen Digitalisierung durch geeignete Rahmenbedingungen in Schleswig-Holstein zu begleiten.

Die Digitale Agenda will nicht als Strategiepapier verstanden werden, sondern will vielmehr den Horizont beschreiben, an welchem in der Politik gearbeitet werden muss. In den kommenden zwei Jahren soll diese Beta-Version der Agenda weiterentwickelt werden.

Die Regierung erhofft sich dadurch den Standort Schleswig-Holstein, mit seiner hohen Lebensqualität und Attraktivität, für Fachkräfte interessanter zu machen und von der nachteiligen geografischen Lage wegzukommen.

Laut der Digitalen Agenda seien die Digitalen Akteure im Land gut vernetzt und es sei leicht Zugang zu diesen Netzwerken zu erhalten. Hier werden vor allem die aktiven BarCamp-Szenen in Kiel, Flensburg, Lübeck und St. Peter-Ording für den Austausch und der Vernetzung hervorgehoben. Darüber hinaus besitzen alle Hochschulen in Schleswig-Holstein inzwischen eigene Einrichtungen und Schwerpunkte zu Entrepreneurship und Gründung.

Beim Zugang und der Nutzung von Glasfaserleitungen gehört Schleswig-Holstein bereits zu den Vorreitern in Deutschland und belegt den 3. Platz im „Vodafone Atlas Digitalisierungsgrad im Bundesländer Vergleich“.  Darüber hinaus belegt Flensburg bundesweit Platz 15 bei IT-Neugründungen und befindet sich laut Prognos-Zukunftsatlas auf Augenhöhe mit Karlsruhe und der Region Hannover. Neben vielen den Neugründungen in Flensburg hat sich hier auch „eine kleine, aber sehr aktive und robuste Gründerszene entwickelt.“ Laut der Agenda bietet die Digitalisierung in Schleswig-Holstein zahlreiche Chancen, die Vielerorts bereits aktiv genutzt würden.

Das Ziel der Digitalen Agenda ist es diese Potenziale des Landes zu nutzen und zu fördern. Dafür wurden folgende sieben Strategische Kernthemen herausgearbeitet, die die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche digitale Transformation sein sollen:

  1. Digitale Infrastruktur als essenzielle Voraussetzung
  2. E-Government und Transparenz
    1. E-Government implementieren
    2. Data Driven Governments etablieren
    3. Open Data befördern
    4. E-Justiz ausbauen
  1. Wirtschaft im Digitalen Zeitalter
    1. Digitalisierung der Wirtschaft
    2. Wirtschaftsförderung ausbauen
    3.  Arbeiten in einer digitalen Welt gestalten
  1. Medienkompetenz und Teilhabe
    1. Kooperation in der Medienbildung
    2. Digitale Teilhabe
  1. Lernen in einer Digitalen Welt- Digitale Medien nutzen
    1. Entwicklung des Lehrens und Lernens
    2. Duale Ausbildung
    3. Schulische IT-Infrastruktur
  1. Digitalisierung im Wissenschaftsbereich
    1. Digitalisierung der Lehre
    2. Stärkung der Vernetzung – Zusammenarbeit mit Schulen und Wirtschaft
    3. Ausbau der digitalen Infrastruktur an Hochschulen
    4. Hochschulbibliotheken als digitale Lernorte einrichten
  1. Governance und Wandel der Gesellschaft
    1. Governance in einer digitalen Welt
    2. Wandel der Gesellschaft und „Hack your Government“

Besonders hervorzuheben ist hier Punkt 3 „Wirtschaft im Digitalen Zeitalter“ ist für die StartUp-Szene in Schleswig-Holstein. Die Digitalisierung eröffne Chancen die Wettbewerbsfähigkeit der Region auszubauen und führe zu einem Markterfolg für einzelne Unternehmen, sowie für den gesamten Standort Schleswig-Holstein laut der Agenda. Es gelte besonders die Klein- und Mittelständischen Unternehmen auf dem Weg der Digitalisierung zu begleiten und zu unterstützen. Das kreative Potenzial der Region würde durch die lebendige StartUp Szene im Land unterstrichen und von den Hochschulen gefördert. Zur Weiterentwicklung dieser müssen, laut der Agenda, die Rahmenbedingungen bei der Wirtschaftsförderung und die Anforderungen des digitalen Wandels angepassten werden.

Die Fraktionen der FDP und der Piraten haben Kritik an der Digitalen Agenda geäußert und jeweils einen Antrag eingereicht. Diese beiden Vorstöße sollen nun im Innen- und Rechtsausschuss sowie im Wirtschaftsausschuss beraten werden.

Dafür werden die schleswig-holsteinischen Bar- und BeachCamps im Rahmen einer Anhörung des Innen- und Rechtsausschusses des Landtages zur Digitalen Agenda um eine Stellungnahme zu den Antrag der FDP-Fraktion gebeten.

Alle sind eingeladen auf dem kommenden CampMontag am 6. Februar 2017 gemeinsam eine Stellungnahme zu diskutieren!

Die Digitale Agenda gibt es hier zum Download: http://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/DigitaleAgenda/Downloads/downloads/digitale_agenda_2016.html

Den Antrag der FDP findet ihr hier: http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4800/drucksache-18-4850.pdf

Diskutiert gerne mit uns die Inhalte der Digitalen Agenda und ihre Bedeutung für Flensburg in unserer Facebook-Gruppe!

Wir freuen uns auch über Kommentare zum Antrag der FDP!

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