Im Rahmen der Google Zukunftswerkstatt vom 9. bis 13. Oktober hat uns Christoph Hanke von WONDARPLAY einen Einblick in die Welt der Virtualität gegeben.


Kurz zu Christoph und seinem Projekt WONDARPLAY.

Dieses ist während seiner Masterarbeit 2014 entstanden und bietet Anwendern die Möglichkeit über eine Virtual-Reality-Brille Klavierspielen zu lernen. Dies funktioniert durch animierte Blöcke, die entsprechend des Musikstückes auf die Tasten herunterfallen und dann gedrückt werden müssen.

Das ganze nennt sich Augmented Reality, da die Animationen lediglich in die Sicht der Kamera eingefügt werden und somit die Realität nur entsprechend angepasst wird und nicht wie bei der Virtual Reality komplett verschwindet.


In seinem Vortrag hat Christoph die verschiedenen Formen der Brillen und möglichen Anwendungsgebieten aufgezeigt. Die aktuell fortschrittlichste bezahlbare Brille ist die HTC Vive, wobei diese aktuell noch externe Tracker benötigt um den Raum zu erfassen. Dieser Problematik sollen die in diesem Herbst noch erscheinenden Brillen von Microsoft Abhilfe schaffen.

Die von Lenovo und Acer verkauften Geräte funktionieren durch „Inside Out“. Diese Technologie erfordert keine externen Tracker, sondern hat diese entsprechend in den Brillen eingebaut. Ob das auch entsprechend funktioniert, wird sich zeigen.

Spannende Projekte wie die Visualisierung einer alten New-Yorker Villa, welches im Museum Husum zu erleben ist, werden durch Virtual Reality möglich gemacht. Die Möglichkeit Zeitreisen und andere Orte zu erleben und gleichzeitig Informationen darüber zu erhalten sind ein Anwendungsfeld, welches z.B. auch im Tourismus genutzt wird.

Die Villa war dann nach der Präsentation auch direkt begehbar und so konnte man sich ins frühe 20. Jahrhundert zurückversetzen lassen und sogar die Musik am Grammophon verändern.

Darüber hinaus wird verstärkt auf Mixed Reality gesetzt. Mixed Reality umfasst die Verschmelzung von wirklichen Gegebenheiten mit den virtuellen. Bei der oben genannten Villa wurden die Möbel der Räume maßstabsgetreu aufgebaut, sodass man sich virtuell auf Bänke und andere Möbel setzen kann und gleichzeitig wirklich sitzt.


Weitere spannende Projekte sind Möglichkeiten in der Musikproduktion, Medizin und im gesamten Trainings- und Simulationsbereich. Ein Kinderarzt kann zum Beispiel mithilfe von Virtual Reality Praxistests absolvieren, die im Gegensatz zu Tests mit Plastikpuppen deutlich realitätsnaher sind und dem Stresslevel von realen Operationen deutlich näher kommen.

Es sind vor allem Bereiche interessant, die in der Realität entweder:

  • sehr kostspielig sind..

  • sehr gefährlich sind.

  • sehr weit entfernt bzw. schwer zu erreichen sind.

 

Aktuell ist die Augmented Reality noch weniger präsent als die Virtual Reality, dies könnte sich allerdings mit den neusten Entwicklungen wie Hand und Gestenerkennung, neuen Brillen mit verbessertem Bewegungstracking in Zukunft verändern. Neben den bereits genannten Geräten existieren viele weitere, die oft mit wirklichen Elementen (Mixed Reality) verbunden werden, um eine weitere Ebene der Immersion zu kreieren.

Mone Project (Flugsimulator)

Tracking Tool (Rennsimulator)

Hololens (Hologramme)

 


Christoph Hanke (WONDARPLAY)

Im direkten Q&A mit Christoph haben wir weitere Informationen auch im Hinblick auf StartUps erhalten.

Die Zukunft von Virtual/Augmented Reality sieht er vor allem in Kombination mit neuen Technologien, die externe Tracker wegfallen lassen und trotzdem eine gute Raumerkennung liefern.

Vor allem im Trainings- und Simulationsbereich wird die Nachfrage stetig steigen, da durch die Brillen immense Kosten gespart werden können und auch viele Risiken wegfallen.


 

Obwohl die Spielindustrie noch der größte Markt ist, wird Virtual/Augmented Reality immer mehr in den Alltag integriert werden und eventuell auch noch stärker in Sektoren wie der Medizin zum Einsatz kommen.

Vielen Dank für den Einblick in die virtuelle Welt, Christoph !

 

 

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