Habt ihr in euren Kindertagen auch mit großer Begeisterung mit den bunten Legosteinen gespielt und fantasievoll Modelle gebaut? Raumschiffe, Flugzeuge, Bauernhöfe, Schlösser, Burgen – sich in eine andere Welt begeben!

Dass Lego aber heute auch im Business-Kontext eingesetzt wird, konnten wir in der letzten Januar-Woche im Dock1 der VentureWerft miterleben. Hier haben sich in einem Workshop – veranstaltet von SPICE Women’s Entrepreneurship im Rahmen des Mentoring Program 2017/2018 – (angehende) GründerInnen mit diesen kleinen, farbenfrohen Bausteinen beschäftigt. Ihr fragt euch jetzt… Startups und Lego? Ja, die Antwort darauf lautet: Lego Serious Play – oder auch kurz LSP genannt!

Ziel dieses Workshops war es, dass die TeilnehmerInnen mithilfe der Lego Serious Play Methode lernen, ihre bisherigen Denkmuster zu brechen, neue Möglichkeiten zu entdecken und auf eine kreative Art mögliche Lösungsansätze auszuarbeiten. Auch sollte erlernt werden, sich auf eine andere Weise als mit Worten auszudrücken und spielerisch Herausforderungen zu erkennen und zu bewältigen. Dabei sollte Lego ihnen als ein Werkzeug zur Visualisierung dienen. Und jede Menge Spaß stand natürlich auch auf dem Programm!

Kirsten Mikkelsen und Ann-Kathrin Beckmann begleiteten die TeilnehmerInnen mit ihren fundierten Expertisen durch diesen innovativen Workshop. Die Lego Serious Play Moderation wurde von Ann-Kathrin geführt, die mit dem Einsatz dieser Methode in unternehmerischen Kontexten erfahren ist.

 

Wer und was steckt hinter der Lego Serious Play Methode?

Um den TeilnehmerInnen die Lego Serious Play Methode zu verdeutlichen, gab ihnen Ann-Kathrin hierzu einige grundlegende Informationen:

Die Lego Serious Play Methode wurde vom dänischen Spielwarenhersteller Lego und der IMD Business School in Lausanne zusammen entwickelt und ursprünglich in einem betrieblichen Kontext genutzt, zum Beispiel in den Bereichen Teambuilding und Innovationsmanagement.

Wie ihr bereits aus dem Namen schließen könnt, setzt sich diese Methode aus zwei Komponenten zusammen: „Play“ steht dabei für das Spiel und „Serious“ für die kreative, aber auch für die strukturierte Art des Prozesses.

Das Spiel und die Ernsthaftigkeit, also tatsächlich damit etwas bewegen zu können, stehen hier im Vordergrund

– meinte Ann-Kathrin.

Die Methode bringt einige Vorzüge mit sich: So ist eine Stärke, dass keine lange Einarbeitungszeit erforderlich ist. Die Teilnehmer brauchen nicht lange, um mit den Bausteinen warm zu werden – den meisten ist Lego ja auch bereits bekannt. Auch können hiermit abstrakte Inhalte visualisiert, schwierige Prozesse gelöst und neue Ideen sowie Perspektiven gefördert werden. Sprachliche Barrieren können durch die visuelle Ausdrucksform mit Legosteinen unkompliziert überwunden werden. Zudem beinhaltet diese Methode kognitive, soziale und emotionale Elemente und die Kreativität wird angeregt. Und natürlich nicht zu vergessen: der hohe Spaßfaktor, der hier nicht zu kurz kommt!

 

Wie lief der Workshop ab?

Erst einmal sollten sich die TeilnehmerInnen mit den Legosteinen und dem Ablauf des LSP Workshops vertraut machen.

Das erste Mal, wenn man mit Lego arbeitet, sind intensive Warm-ups ganz wichtig

erklärte Ann-Kathrin.

So ging es dann auch gleich mit 3 Warm-up-Übungen los, nun hieß es: bauen! Hierzu wurden die Teilnehmenden jeweils mit einem Basis-Set ausgerüstet – alle mit dem gleichen Inhalt. Da bei den Warm-ups ganz gerne der Druck erhöht wird, sollten die Aufgaben innerhalb kürzester Zeit erfüllt werden.

Warm-up-Übung 1:
Mithilfe einer zur Verfügung gestellten Bauanleitung bauten die TeilnehmerInnen eine Schildkröte innerhalb von 2 Minuten.

 

Warm-up-Übung 2:
Hier sollten sich die TeilnehmerInnen gegenseitig kennenlernen. Aufgabe war es zunächst, das Modell der Schildkröte innerhalb von 3 Minuten so zu verändern, dass es aus der Sicht der einzelnen Teilnehmenden einen zentralen Aspekt ihrer Persönlichkeit darstellt. Anschließend stellten sie sich und ihre Modelle vor.

Warm-up-Übung 3:
Bei dieser Aufgabe ging es um die Kreativität und Spontaneität der TeilnehmerInnen. Sie wählten 10 beliebige Teile aus ihrem Basis-Set aus und hatten 3 Minuten Zeit, daraus ein Modell nach ihren Vorstellungen zu bauen. Doch das war noch nicht alles – es stand eine Assoziationsaufgabe an! Den Teilnehmenden wurden 8 Begriffe zur Auswahl gestellt, wie „Landwirtschaft 2.0“, „Raumfahrt“ und „Politik“. Jetzt sollten sie erläutern, in welcher Beziehung ihr gebautes Modell zum jeweils gewählten Begriff steht.

Optimal aufgewärmt starteten die TeilnehmerInnen dann in die Kernphase mit den Aufgabenstellungen und deren Lösung. Dies lief strukturiert in 4 Schritten ab:

Im ersten Schritt gab Ann-Kathrin den TeilnehmerInnen immer eine konkrete Aufgabenstellung vor, wobei die Aufgaben inhaltlich aufeinander aufbauten: Als Erstes sollten sie ihre Idee bzw. ihr Projekt als Prototyp bauen. Dann sollten die Teilnehmenden visualisieren, was sie daran hindert, weiterzukommen. Als Drittes sollte die Gruppe das Modell so modifizieren, dass sich ein Lösungsansatz ergab und es wurden weitere Schritte besprochen, mit denen die einzelnen TeilnehmerInnen weitermachen konnten.

Als Nächstes begann die „Spielphase“. Hier bauten die Teilnehmenden einzeln innerhalb von 15 Minuten auf Basis der jeweiligen Aufgabe ein entsprechendes Legomodell. Dazu legten sie die bisherigen Sets beiseite und suchten die für ihr Modell passenden Legoelemente aus einer Vielzahl bereitgestellter Materialien aus.

 

 

 

 

 

Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt! Eine angenehme Hintergrundmusik sorgte für eine gemütliche Atmosphäre.

 

 

 

 

 

 

 

Danach präsentierten die TeilnehmerInnen der Gruppe ihre kreierten Modelle und erklärten hierzu ihre Sichtweisen – was sollten die Werke ausdrücken?

 

Zuletzt bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Meinungen auszutauschen und Feedback zu geben.

 

Nach diesem kreativen und spannenden Tag waren sich alle TeilnehmerInnen einig: Der LSP Workshop war sehr inspirierend, motivierend und eine großartige Erfahrung! Und auch für uns war es sehr interessant mitzuerleben, wie Lego auf eine spielerische und zugleich ernsthafte Art und Weise verwendet werden kann. Es wurde ernsthaft gearbeitet, aber auch viel gelacht – es war eine tolle Atmosphäre!

Ein riesen Dankeschön an das kompetente Duo Kirsten und Ann-Kathrin und insgesamt an SPICE Women’s Entrepreneurship für diesen gelungenen Workshop!

Wir freuen uns schon auf weitere innovative Lego Serious Play Workshops!

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