– Ein Gastbeitrag von Patric Stöbe: Teil X

 

Wieder so ein zweideutiger Titel, aber ich kann euch beruhigen – hier geht es heute ausschließlich um das Thema “Unternehmensstrategie”, …was dachtet ihr denn?
 
Basis jeder Unternehmensstrategie ist es, dem Kunden ein klares Bild von euch und eurem Angebot zu vermitteln, ähnlich wie bei einem scharfen Foto, auf dem ihr gut zu erkennen seid. Wenn ihr nun viele unterschiedliche Dinge euren Kunden anbietet, vernebelt ihr den Blick auf eure Kernkompetenz, das Bild des Kunden über euer Unternehmen verschwimmt.
 
Viele unternehmerische Ideen und Strategien entstammen aus dem militärischen Kontext, und daher ist es nicht verwunderlich, dass auch einige Fragen der Unternehmensstrategie einen militärischen Hintergrund besitzen oder sich daraus ableiten.
 
Der preußische General Carl von Clausewitz (1780 – 1831) war bekannt für seine Zitate, die er unter anderem in seinem Werk “Vom Kriege” niedergeschrieben hat. Darin beschreibt er unter anderem wie sinnvoll es ist, seine gesamten Kräfte möglichst auf einen kleinen Punkt zu konzentrieren und eben nicht, wie lange vermutet, breit zu streuen (siehe Grafik).
 
Auf das eigene Unternehmen bezogen bedeutet das nichts anderes, als dass ihr versuchen solltet, in möglichst wenig Bereichen richtig gut zu sein, anstatt viele unterschiedliche Bereiche nur halbherzig anbieten zu können.
 
Wenn man diese Idee weiter spinnt erkennt man, dass auch eure Konkurrenz es einfacher hat, euch Marktanteile zu stehlen, wenn ihr viele Dinge auf einem großen Markt anbietet, euer Konkurrent sich aber auf genau das eine Thema spezialisiert hat, und damit aus Kundensicht kompetenter wirkt.
 
Überprüfen wir kurz diese Aussage: Gehen wir doch einmal in Gedanken gemeinsam über einen Wochenmarkt. Wir möchten Tomaten erwerben und sehen an Stand “A” einen Händler, der neben frischen Tomaten auch noch Ersatzteile für Autoreifen, Babywindeln und Handyakkus anbietet. An Stand “B” sehen wir ein kleines Geschäft mit der Aufschrift “Tomaten, heute frisch aus Spanien eingetroffen”. Wir könnten die Geschichte noch weiter ausschmücken, aber ich denke, es wird schnell deutlich, welcher Stand in der Kundenwahrnehmung wohl eher positiv hängen bleibt. Auch wenn wir nichts über die Qualität der Tomaten zu diesem Zeitpunkt wissen, wird unser Unterbewusstsein dem Stand “B” einen kleinen Vertrauensvorschuss geben, oder?
 
Übrigens: Im Kampfsport kennt man diese Strategie ebenfalls schon seit langer Zeit. Dort heißt es: Es ist sinnvoller, einen (1) Schlag 10.000 Mal zu üben als 10.000 Schläge 1 Mal.
 
In diesem Sinne, bleibt “spitz”. 🙂

Über den Autor

Patric Stöbe ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Anlagegütern und Geschäftsausstattungen. Seit 2003 hat Patric Stöbe mit seinem Unternehmen, der ABS Beratungsgesellschaft mbH, mehr als 450 Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet.

Mehr Informationen zu Patric findet ihr unter: http://www.die-berater-sind.net

 

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