Es zieht einen runter, man verzweifelt, fühlt sich schlecht und weiß nicht mehr weiter – Scheitern ist hart. Erfolgsstories sind schnell und gerne erzählt, doch es gehört sehr viel Mut dazu, über sein eigenes Scheitern zu sprechen, sich Misserfolge oder Fehlentscheidungen einzugestehen und dann aufzustehen und öffentlich davon zu erzählen. 

Mut war ein zentrales Thema der 4. FckupN8, die im Kühlhaus in Flensburg stattfand. Stefanie Thomsen von der IHK Flensburg führte die rund 140 Zuschauer durch den Abend und betonte zu Beginn, dass die Veranstaltung Mut machen solle, Mut zum Gründen, Mut Dinge auszuprobieren. 

Die Unternehmer, die an diesem Abend Mut vorlebten und über ihr Scheitern berichteten, waren Sebastian Wenzky und Ute Johannsen. Eingerahmt wurden die beiden Vorträge durch lockere Poetry Slam Beiträge von Florian Hacke.  Dieser eröffnete das Programm mit einem einem witzigen Slam über seine persönliche Misere im “Papakurs”.

Als erster Speaker wurde Sebastian Wenzky, Eigentümer der Object ECM AG und Chief Technology Officer der MACH AG, per Liveübertragung zugeschaltet. Er stellte vier zentrale Thesen auf: 

  1. “Eigentlich nicht zu verwenden erfordert Mut.”  
  2. “Leidenschaft erfordert Leiden.”
  3. “Die richtige Kultur kann tödlich sein (wenn die richtige Kultur falsche Verwendung findet).” 
  4. “Der Allrounder zerstört das was sein soll.”

Man muss mit Herz und Verstand hinter seinen Entscheidungen, auch den Fehlentscheidungen, stehen.  Vertrauen, Ganzheitlichkeit und der Umgang miteinander sind wichtig, so Sebastian. Es gab Momente, wo er alles hinschmeißen wollte, sich dann aber gesagt hatte: “Es hat mich so viel gekostet, ich bin so weit gekommen, dass ziehe ich jetzt durch.” Sein Motor dabei ist, seine Freude daran, Dinge zu ändern, Motivation zu schaffen, Leidenschaft und Vertrauen herzustellen und so eine schlechte Situation umzukehren. 

Sehr beeindruckt hat Ute Johannsen. Sie ist Gastronomin in Flensburg und führt aktuell unter anderem das St. Knudsborg. Ute sprach sehr offen und ehrlich über die Zeit während der Insolvenz des Shamrocks. Es ging um Erpressungen, Schutzgelder, Angst und Frust. Es hat einige Zeit gedauert, aber im Nachhinein betrachtet Ute das Scheitern als gesund werden. Sie hätte damals nichts anders gemacht, wünscht sich höchstens ihr Grenzen früher erkannt zu haben. 

Schlechte Zeiten sind dafür da, um daraus zu lernen.

Ute Johannsen

Den Anstoß wieder weiterzumachen, gab ihr ein TV-Bericht, bei dem Personen über ihren Umgang mit dem Scheitern und Perspektiven danach berichteten. “Wenn die das können, kann ich das auch.” 

Abschließend gab es noch einen kleinen Poetry Slam von Florian über die Vorzüge der Prostata und den dann doch gescheiterten Versuch dieser mehr Aufmerksamkeit zu schenken. 

Fazit: Ein sehr inspirierender Abend mit emotionalen wie auch lustigen Momenten. Ein großes Dankeschön geht an alle Vortragenden sowie an die IHK Flensburg und die VentureWærft für die Organisation.

Die nächsten Termine der fckupN8 sind der 01.11 in Lübeck und der 06.11 in Kiel. Mehr Infos gibt es bei der IHK-Schleswig-Holstein

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