Wir waren am 19. November auf dem gut besuchten WebMontag in Kiel zu Gast. Insgesamt standen 5 Vorträge auf dem Plan. Anfangs wurde in das neue Tool slido.com eingeführt.

Bei diesem konnten bis zu Beginn des ersten Vortrags Themenwünsche für den nächsten WebMontag eingereicht werden. Dominiert hat hier das Thema Suppe, die es dieses Mal leider nicht gab. Während der Vorträge konnten dort Fragen gestellt und diese “hochgevotet” werden. So wurde nach jedem exakt 12 minütigen Vortrag noch die beliebteste Frage beantwortet.

Der gesamte WebMontag ist auch auf YouTube zu finden:

Klick gegen Kummer

Gestartet hat der Kinderschutzbund – Ortsverband Kiel mit dem Projekt klick-gegen-kummer.de . Ziel der Initiative ist der Ausbau von Kommunikationskanälen für Kinder und Jugendliche, die Hilfe suchen. In einer ersten Zusammenarbeit mit einer Schulklasse zeigte sich, dass zum Beispiel eine findbare App auf dem Handy ungeeignet ist, wenn Kinder bei häuslicher Gewalt Hilfe suchen.

Daher sucht das von Google geförderte Projekt nun Menschen mit einem derartigen IT-Know-how, die an 5 Samstagen mit ca. 60 Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren Konzepte und Techniken entwickeln und evaluieren. Die eigentliche Umsetzung findet dann zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Wer Lust auf diese Prototyping-Erfahrung hat, kann sich gerne bei klick-gegen-kummer.de melden.

Große Reichweite für kleine Daten

LoRaWAN als standweites Netzwerk für IoT

Im zweiten Vortrag gab Fabian Einblicke in den Funkstandard LoRaWAN. Dieser Standard ermöglicht, kleine Datenpakete über weite Strecken zu transportieren. Das System besteht dabei aus einem Gateway und Nodes. Die Gateways hängen idealerweise an hohen Stellen und nehmen die Daten der Nodes an. Im Anschluss können diese ins Internet oder in Datenbanken geleitet werden.

Die Vorteile bestehen darin, dass die Hardware im Amateurbereich preiswert verfügbar ist (Node Hardware ab ca. 6€), die Nodes schon mit kleinen Akkus bis zu 6 Wochen laufen können und dabei eine enorme Reichweite erzielen. Abhängigkeiten, wie zum Beispiel beim Wlan oder bei einem LTE Vertrag, bestehen nicht, da ein LoRaWAN Gateway auch selbst aufgestellt werden kann.

Als Anwendungsbeispiele nannte Fabian private Einsatzgebiete, wie das Überwachen der Auto- oder Fahrradposition oder des Füllstands der Regentonne im Schrebergarten, aber auch kommerzielle Einsatzgebiete, wie das Überwachen des Bienenstocks für Imker.

LoRaWAN SH

Im dritten Beitrag erklärte Frank von Nucleon e.V. den aktuellen Stand und die zukünftigen Pläne für LoRaWAN in Schleswig-Holstein.

Das Think Network (TTN) hängt an Gateways über das ganze Land verteilt und empfängt Daten. Diese Daten werden verschlüsselt an Server übergeben, die diese weiterverarbeiten können. Luftmessungsdaten können dabei automatisch zum Projekt luftdaten.info übertragen werden.

Das Projekt hat den “Best of Digital” Preis des Landes gewonnen und kann damit den gesamten nördlichen Bereich mit Gateways ausbauen. Die Gateways übertragen die Daten über das TTN an Server im Internet. Neben dem Ausbau finden auch Workshops zum Selbstbauen statt.

Beispiele von Frank sind in der Landwirtschaft das Kontrollieren von Heuballenfeuchtigkeit und Temperatur sowie der Bodentemperatur, in Kommunen das Erfassen von Verkehrsdaten oder das Überwachen von  Lärm, Luft oder Gewässer.

Weitere Informationen sind im Internet unter nucleon-ev.eu, iot-usergroup.de oder ffslfl.net zu finden.

Feinstaubmessung

In dem vorletzten Vortrag wurde das Projekt hinter luftdaten.info vorgestellt. Hier bauen viele Freiwillige selbst Feinstaubsensoren und platzieren diese bei sich. Gesammelt werden alle Daten auf http://deutschland.maps.luftdaten.info/#6/51.165/10.455

Die Karte zeigt alle Sensoren und stellt diese farbig dar. Rote Flächen befinden sich zu diesem Zeitpunkt über dem Maximalwert.

deutschland.maps.luftdaten.info

Der Sensor saugt regelmäßig Luft an und misst mit einem Laser die Partikelgrößen. Ein Arduino sendet die Daten sowie die Temperatur und Luftfeuchtigkeit per WLAN an den luftdaten.info Server.

Der Sensor selbst ist sehr stromhungrig, sodass er nur kurz über Batterie betrieben werden könnte. Um den Sensor wetterfest außen anbringen zu können, bieten sich Abflussrohre an.

Der Freifunk SL-FL hat sich neben der Luftdaten-Karte noch eine eigene Auswertung gebaut. Ein Raucher hat einen Sensor bei sich im Wohnzimmer aufgehängt und zeichnet so den Feinstaub auf. Dieser Sensor meldet gerne mal weit über den zugelassenen Maximalwert.

Zum Dashboard: https://grafana.ffslfl.net/dashboard/db/feinstaubsensoren

Weitere Workshops können gerne organisiert werden. Die IoT- und TTN-Gruppen treffen sich jeweils einmal im Monat, um sich zu vernetzen.

OpenCampus: Programmieren lernen

OpenCampus bietet Kurse an, die ohne Hochschulabschluss besucht werden können. Aktuelles Ziel ist, den Entwicklernotstand zu bekämpfen. Dafür gibt es einen neuen kostenlosen Kurs zum Programmieren lernen – Vorwissen ist nicht nötig.

Der Kurs beinhaltet die (Frontend) Webentwicklung und geht über einen längeren Zeitraum. Dabei werden HTML, CSS, Python und JavaScript vermittelt. Neben einem E-Learning Angebot gibt es 2 Mentoren, die die Kursteilnehmer darüber hinaus betreuen.

Der Kurs richtet sich an Quereinsteiger, die sich beruflich neu finden möchten. Geplant ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Weitere Informationen unter webdev.opencampus.sh

Wir bedanken uns bei den Organisatoren und für die informativen Vorträge.

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