Auch im neuen Jahr wird die beliebte Veranstaltungsreihe WINspire StartUp Talk von WEstartupSH fortgeführt. In Harrislee nahm uns am 4. Februar Claudia Kiani, Mitgründerin von omnia360, mit auf eine spannende Reise in virtuelle Welten, teilte mit uns 360-Grad-Erlebnisse und erzählte uns ihre Gründungsgeschichte sowie ihre damit verbundenen wichtigsten Erkenntnisse. Gastgeberin Ulrike Bjerno empfing uns in ihrem Restaurant meergrün vegan kitchen – Wohlfühlatmosphäre pur!

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Elif Dere von WEstartupSH und Ulrike begann Claudia mit ihrem Vortrag „Keep it virtual!“.

Virtual Reality und 360-Grad-Content

Zu Beginn gab uns Claudia einen aufschlussreichen Einblick in Virtual Reality (VR) und 360-Grad-Content.

Bereits in den 1950er Jahren wurde sich mit dem Thema VR beschäftigt, der Durchbruch im Massenmarkt gelang jedoch erst im Jahr 2012 durch das damalige Startup Oculus VR. Dieses schaffte es, die erste nutzerfreundliche und preislich attraktivere VR-Brille anzubieten.

Von diesem Zeitpunkt an sprangen viele Tech-Firmen auf den Zug auf, darunter auch Facebook. Mark Zuckerberg wurde derart in den virtuellen Bann gezogen, dass er im Jahr 2014 Oculus VR für rund 2,3 Milliarden US-Dollar kaufte. Natürlich ließen unter anderem Google und Microsoft auch nicht lange auf sich warten, und alle entwickelten in diesem Bereich unterschiedliche Anwendungen.

Doch was ist eigentlich VR?

Virtual Reality ist eine virtuelle 3D-computergenerierte Welt, die man mit geeigneten Hilfsmitteln erkunden kann, zum Beispiel mit einer VR-Brille, und diese Welten kann man immersiv erkunden

– so Claudia.

„Immersion“ ist hier das Schlüsselwort und bezeichnet das Eintauchen in die Inhalte eines Mediums – man lässt sich darauf ein, sich hiermit voll und ganz auseinanderzusetzen und ist darin völlig vertieft – sei es bei einem spannenden Film, einem guten Buch oder eben bei VR. Bei letzterem gibt es besondere Aspekte, die hinzukommen: Der Körper wird mit einbezogen, es gibt keinerlei Ablenkung von außen, die reale Welt ist ausgeblendet, man taucht vollständig in die virtuelle Welten ein und hat eine Blicksteuerung.

Die Anwendungsgebiete von VR sind sehr vielfältig – ob in den Bereichen Journalismus und Gaming, im Vertrieb oder sogar bei Angsttherapien, zum Beispiel zur Behandlung von Höhenangst.

Aber:

VR ist nicht immer VR

– meinte Claudia.

Im Zusammenhang mit VR wird häufig auch der Begriff 360-Grad-Content gleichbedeutend verwendet oder es findet eine Verwechslung statt – kann doch bei beiden die VR-Brille zum Einsatz kommen. Jedoch gibt es markante Merkmale, die VR und 360-Grad-Inhalte unterscheiden:

Es ist immer echt schwer, VR und die Faszination davon zu erklären. Man muss es einfach ausprobieren

– und schon kamen wir in den Genuss, selbst in die virtuellen Welten einzutauchen und konnten das Gefühl erleben, im Planetarium oder Schloss Glücksburg tatsächlich vor Ort zu sein.

Die Gründungsgeschichte hinter omnia360

In welchem Zusammenhang stehen VR bzw. 360-Grad-Content nun mit Claudia und ihrem Startup omnia360?

Im Jahr 2014 besuchte Claudia die Messe CEBIT in Hannover und kam dort mit VR in Berührung – sie probierte zum ersten Mal eine VR-Brille aus und war sofort Feuer und Flamme:

Ab dem Moment war ich ziemlich geflasht, man setzt eine Brille auf und ist dann plötzlich in der Lage, komplett neue Bereiche zu erleben, sich wegzubewegen und neue Orte zu erkunden.

Ihre Begeisterung war so groß, dass VR das Thema für die anstehende Masterarbeit wurde. In der intensiven „Forschungsphase“ kristallisierte sich ein breites Spektrum an Möglichkeiten heraus, insbesondere im Bereich Marketing. Hier wurde bereits klar, dass sie sich auch nach der Masterarbeit mit diesem Bereich weiter beschäftigen würde, und so gründete sie zusammen mit Reza Kiani und Tobias Rempe omnia360.

Online einen Rundgang durch die Räumlichkeiten des potenziellen Arbeitgebers machen und die Mitarbeiter schon vorab „kennenlernen“? Eine Wohnung virtuell besichtigen? In Showrooms präsentierte Produkte bis ins kleinste Detail begutachten? Dies alles macht das Team von omnia360 möglich – sie produzieren 360-Grad-Rundgänge, erstellen 360-Grad-Videos und bieten Beratung rund um 360-Grad-Marketing an.

Die 5 gewonnenen Erkenntnisse

Abschließend teilte Claudia mit uns ihre wichtigsten persönlichen Erfahrungen rund um ihre Gründung. Eins wurde deutlich – Gleichgesinnte, Netzwerken, Sichtbarkeit, Eigeninitiative, Mut und Ausdauer sind hier wesentliche Elemente:

  • Gleichgesinnte zum Austausch suchen: Intern kann es überaus bereichernd sein, sich mit Personen zusammenzuschließen, die die gleiche Leidenschaft für die Gründung und die dahinterstehende Idee aufbringen. Wenn jede*r im Gründungsteam zudem noch unterschiedliche (Fach-)Kompetenzen mitbringt, kann man sich gegenseitig ergänzen und das Wissen bündeln. Auch extern empfiehlt es sich, aktiv auf Personen zuzugehen, die einem weiterhelfen können und mit denen ein fruchtbarer Austausch möglich ist – sei es im eigenen Bekanntenkreis oder außerhalb, wie bei Meetup-Events.
  • Marketing praktizieren: Um sich vom Wettbewerb abzuheben und sich hier durchzusetzen, sollte das Thema Marketing bereits von Anfang an intensiv behandelt werden. Website, Suchmaschinenoptimierung und viel Pressearbeit gehören zur Marketingstrategie bei omnia360 und verschafften dem Startup gleich zu Beginn einen beträchtlichen Wettbewerbsvorteil.
  • Networking betreiben: In seiner Freizeit auch ab und an Events zu besuchen oder Netzwerk-Initiativen beizutreten sind gute Wege, um Kontakte zu knüpfen und diese zu pflegen. Doch auch der Online-Kanal bzw. Social Media ist in unserer heutigen Zeit von großer Bedeutung, um sich zu vernetzen. So können beispielsweise via Twitter und LinkedIn nicht nur Kontakte hinzugefügt werden, die man in der „Offline-Welt“ kennengelernt hat, sondern auch wertvolle Kontakte aufgebaut und gehalten werden, die man bisher nur aus der „Online-Welt“ kennt.
  • Sichtbar werden: Da Frauen sich sowohl in der Tech-Branche als auch allgemein im Startup-Bereich nach wie vor deutlich in der Unterzahl befinden, setzt sich Claudia leidenschaftlich für dieses Thema ein. So sollte man Botschafter*in für sich selbst und für das eigene Unternehmen sein.
  • Durchhalten: Auf der einen Seite begegnet man bei einer Gründung häufig einigen Widerständen und durchlebt auch Tiefphasen. Auf der anderen Seite jedoch ist die Selbstständigkeit aber auch eine große Bereicherung: Selbstgestaltung, Entwicklung und Umsetzung von eigenen Ideen sowie Leben der eigenen Werte. Daher:

Haltet durch, das sagt auch so ziemlich jeder Gründungsratgeber und da hat er auch recht. Man braucht einen langen Atem, und man sollte sich auch nicht von der ‚Höhle der Löwen‘ & Co. blenden lassen, dass alles sofort skalieren muss. Es dauert manchmal seine Zeit, aber man sollte es zumindest versuchen, wenn man eine gute Idee hat und sich nicht sofort von Widerständen abbringen lassen.

Zum Schluss war ein 360°-Selfie mit allen Teilnehmer*innen natürlich ein Muss!

Es war ein äußerst interessanter und zugleich aufschlussreicher Vortrag, der uns zahlreiche frische Impulse gegeben hat.

Abgerundet wurde der Abend mit reichlich Networking in einem schönen Ambiente mit feinen veganen Leckereien von meergrün vegan kitchen.

Ein großes Dankeschön an Claudia, Ulrike und WEstartupSH  – es war wieder ein großartiger Abend und hat riesen Spaß gemacht. Wir freuen uns jetzt schon auf viele weitere tolle WINspire StartUp Talks in diesem Jahr!

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