Wer träumt nicht davon, sein eigenes Unternehmen zu haben, unabhängig zu sein und die Möglichkeit zu haben online von den schönsten Orten der Welt zu arbeiten. Birte Schmidt und Gunnar Plöhn haben dem Traum vom  Leben des digitalen Nomaden für sich wahr werden lassen. Insgesamt sind die beiden zweieinhalb Jahre um die Welt gereist und haben dabei von den unterschiedlichsten Ländern aus gearbeitet. In diesem Beitrag teilt Birte ihre Erfahrungen aus dieser Zeit:


 – ein Beitrag von Birte Schmidt über das Leben als digitaler Nomade

Von der Barcamp Session zum Blogbeitrag

Auf dem IV. Flensburger Barcamp hat Gunnar schon von unserem Leben als Digitale Nomaden erzählt und euch 10 Tipps gegeben, wie ihr genau das machen könnt, was wir auch getan haben: Um die Welt reisen und dabei arbeiten. Falls ihr die Session verpasst habt, könnt ihr unsere Learnings aus unserer Zeit im Ausland auch noch einmal auf Birtes Blog „waiting is happiness“ nachlesen.

Im heutigen Text wollen wir daran anknüpfen und euch erzählen, warum wir uns nach unseren Aufenthalten unter anderem in der Karibik, auf Sansibar, Mauritius und in Kenia ausgerechnet für Flensburg als neue – und endgültige – Heimat entschieden haben, in der wir gerade auch ein neues Unternehmen aufbauen.

Zuerst einmal ein paar Infos zu uns

Wir sind beide seit vielen Jahren selbstständig. Gunnar betreibt unter anderem das Büro für Digitalen Wandel vvandel.io und Birte ist Journalistin und schreibt Content Marketing Texte für Unternehmen, betreut dabei zum Beispiel Corporate-Blogs. Kennengelernt haben wir uns in Hamburg, aber das war einfach zu weit weg vom Meer.

Vorbereitungen für ein Leben als Digitale Nomaden

Weil wir nur unseren Laptop und Internet zum Arbeiten brauchen, haben wir Anfang 2016 (fast) all unser Hab und Gut verkauft, bis der Rest in eine 1-Quadratmeter-große Box im Lagerhostel in der Gartenstadt passte. Bevor wir in den Flieger gestiegen sind, sind wir von Hamburg an die Ostsee in der Nähe von Kiel gezogen. Was eigentlich nur als kurzer Zwischenstopp von einigen Wochen geplant war, um letzte Formalitäten zu erledigen, wurde zum Langzeitaufenthalt: Fast ein Jahr haben wir mit Blick auf die Förde gewohnt – einfach, weil es dort so schön war.

Es folgten: Martinique, Sansibar, Mauritius und mehr …

Am symbolisch aufgeladenen 1. Januar sind wir dann endlich in den Flieger gestiegen und nach Martinique in der Karibik geflogen. Zusammen mit 100 Kilogramm Gepäck, denn wir hatten 3 Kiteboards und 5 Kites mit dabei. Von hier aus ließen wir uns treiben, folgten dem Wind um die Welt und erlebten 15 Monate geballte Abenteuer: In der Dominikanischen Republik knatterten wir mit unserer Honda Little Cup durch Cabarete, auf Sansibar lebten wir direkt mit den Einheimischen und hatten in der Nebensaison den paradiesischen Strand allein für uns und die Massais. In Kenia teilten wir uns unser Büro mit Affen und auf Mauritius ernteten wir frische Bananen und Kokosnüsse in unserem Garten, von dem aus wir Blick auf das Meer und den Kitespot hatten.

Trotzdem: Es war nicht alles nur eine einzige Cocktail-in-der-Hängematte-trinken-Party

Tatsächlich haben wir ganz normal gearbeitet, von morgens bis zum späten Nachmittag. Hatten auch schon mal ein wenig Stress, wenn die Deadline näher rückte und der Strom mal wieder ausfiel.

Und wir erlebten auch Schicksalsschläge hautnah mit: Den Cholerausbruch auf Sansibar. Das abgebrannte Hostel unserer Freundin, die uns in der Dominikanischen Republik besuchte. Ein schlimmer Motorradunfall unseres Nachbarn, der fast tödlich endete. Und vergleichsweise harmlos: Auf Mauritius wurde Gunnar von einem giftigen Hundertfüßler gebissen.

Wo es uns am besten gefallen hat?

Die Fragen stellen ALLE IMMER. Und unsere Antwort lautet: In Kenia. Lag es an den Menschen? An unserer kleinen Hütte im Urwald, von der aus wir nur über eine Düne gehen mussten, um direkt an einem wundervollen Kitestrand zu sein? An der besten Pizza, die wir je gegessen haben? Die gab es dort nämlich, weil einst Flavio Briatore in ein Hotel in der Nähe investiert hatte und bis heute so manch ein Italiener an der kenianischen Ostküste lebt. Wahrscheinlich war es die Mischung aus allem, die uns überzeugte.

Irgendwann aber hatten wir genug!

Wie lange wir unterwegs sein würden, das hatten wir uns im Vorfeld nicht überlegt. Äußere Umstände sorgten zum Glück nicht dafür, dass wir den Flieger nach Deutschland buchten. Wir verdienten mit unseren deutschen (und auch internationalen Kunden) weiterhin ganz normal unser Geld und waren über die ganze Zeit gesund (toi, toi, toi). Irgendwann wurde unser Wunsch nach einer festen Heimat trotzdem größer. Doch wo sollte die sein?

Warum fiel die Wahl ausgerechnet auf Flensburg?

„Irgendwann hatte ich Birte endlich so weit, dass sie mit mir in meine Heimat zieht“, erzählt Gunnar gerne scherzhaft, dabei stimmt das so gar nicht. Zumindest was Birtes Widerwillen betrifft. Gunnar kommt tatsächlich aus Flensburg, ist aber nach dem Abi quer durch die Republik und im Studium sogar bis nach Indonesien gezogen. Birte kommt aus Hamburg, hat aber schon fast zehn Jahre in Kiel gelebt.

Wer überall hingehen kann, hat eben die Qual der Wahl – und entscheidet sich am Ende für die Stadt mit der höchsten Lebensqualität. Sei es Dank des skandinavischen Charmes, der Nähe zum Wasser und super Kitespots direkt vor der Haustür. Oder, weil es hier eine nette Startup-Szene gibt, die wir als viel authentischer als beispielsweise in Hamburg erleben.

Apropos: Was hat es denn nun mit unserer Gründung auf sich?

In unserem Ferienhäuschen an der Ostsee entstand irgendwann die Idee, unsere Kompetenzen zu bündeln und unser eigenes Unternehmen zu gründen. Birte hat schon in Schweden gelebt, beherrscht SEO und weiß, wie sie Unternehmen zu Bekanntheit im Internet verhilft. Gunnar kann programmieren, designen und hatte 2014 schon einen ersten Onlineshop gegründet. Als wir dann bei immer mehr Freunden über das Plastikspielzeug ihres Nachwuchses stolperten und uns die Klagen anhörten, dass es „ja so viel Schrott gibt“, stand für uns schnell fest: Wir gründen einen Onlineshop für skandinavische Kinderträume. In den nächsten Monaten werden wir Trollkram launchen und hochwertiges Spielzeug und Kindermöbel aus Skandinavien verkaufen.

Damit geht die Reise weiter – auch in der (neuen) Heimat.

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